Steigende Gaspreise
Wenn man sich mal die heutige Situation auf dem Gasmarkt ansieht, so wird einem klar, dass die Gaspreise sich momentan vor allem eine Maxime gesetzt haben: Steigen. Deswegen raten auch Verbraucherzentralen und Politiker dazu, einen unverbindlichen Gasvergleich durchzuführen und dann gegebenenfalls einen Gaswechsel vorzunehmen. Dies hat der Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CDU) auch schon seit längerer Zeit geraten und sogar ein Internetportal zum Thema eröffnet. Doch wenn man die heutigen Gaspreise verstehen möchte, muss man auch auf das gucken, was vorher war. Wir geben deshalb hier einen kleinen Überblick über die Geschichte der Gaspreise.
Ölpreis als Richtmaß
Vor allem für die Schwankungen vom Gaspreis verantwortlich ist Ölpreis. Das ist aber eigentlich kein natürlicher Zustand, denn rein physikalisch gesehen, hängen die beiden nicht zusammen. Vom Erdgas ist auf der Welt noch weit mehr vorhanden, als vom Erdöl. Trotzdem richtet sich der Preis von Ersterem nach dem Preis von Letzterem. Das liegt daran, dass in den 50er Jahren diesbezüglich eine Vereinbarung getroffen wurde. Man richtete den Gaspreis damals nach dem Ölpreis, weil man sonst keine Wert hatte, an dem man den Gaspreis hätte festmachen können. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Die großen Gasversorger scheinen diesen Zustand auch nicht ändern zu wollen. Ein Zustand, den auch viele Experten bemäkeln.
Die Liberalisierung des Gasmarkts
Früher konnte man nur den Versorger wählen, der bei einem vor Ort war, also meistens die Stadtwerke. Mit der Liberalisierung des Gasmarkts wollte man diesem Zustand Abhilfe schaffen. Es sollten neue Anbieter auf den Markt kommen, mit günstigeren Preisen und so für einen echten Wettbewerb sorgen, der dem Kunden die Freiheit der Wahl lässt. Dies ist in dieser utopischen aber nicht geschehen. Nach der Liberalisierung wurde schnell klar, dass der Gasmarkt wesentlich komplizierter ist, als der Strommarkt, der relativ schnell bevölkert wurde. Die bereits etablierten Unternehmen blieben und nur sehr wenige neue Anbieter traten auf den Plan.
Das ist auch der Grund, warum der Bundesrepublik 2000 eine Klage wegen nicht durchgesetzter EU-Richtlinien drohte. Indem man versprach, es neuen Anbietern künftig leichter zu machen, konnte man die Klage noch abwenden. Aber tatsächlich wurde das Versprechen nicht in der nötigen Form umgesetzt, so dass 2003 die Gasnovelle verabschiedet wurde. Mit ihr als Instrument wollte man das Monopol auf dem Gasmarkt zerschlagen. Auch das misslang. Bis heute ist kein wirklich befriedigender Wettbewerb zustandegekommen. Trotzdem kann man durch einen Wechsel des Gasanbieters schon einiges sparen. Denn die Gaspreise unterscheiden sich natürlich trotzdem.